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Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.
Politische Bildung und Konfliktbearbeitung für Jugendliche, Erwachsene und MultiplikatorInnen

Empowerment Seminare

Trainingskonzept aus der Minderheitenperspektive


Warum Empowerment ?

Empowerment ist ein englischer Begriff. Power bedeutet Macht zu besitzen und frei entscheiden und handeln zu können. Empowerment ist der Prozess, in dem eine Person die eigenen Macht und Freiheit erkennt und bewusst im eigenen Sinne handelt. Empowerment ist ein Konzept von systematischer Selbstermächtigung. Das geplante Training schafft Raum und Rahmen dafür.

Ausgangslage

Antirassismusarbeit in Deutschland konzentriert sich weitgehend nur auf die (potenzielle) Täterperspektive und ihre Prävention. Die konzeptionelle wie auch praktische Einbeziehung der Minderheitenperspektive in die Antirassismusarbeit findet so gut wie keine Berücksichtigung, obwohl diese in der Rolle der (potenziellen) „Opfer“ stehen.

Für wen?

Daher richtet sich unser Training an Menschen mit Migrationshintergrund die in Deutschland aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit, ihres Namens und ihrer Sprache stigmatisiert und mit dem alltäglichen und institutionellen Rassismus konfrontiert werden.
Auf Anfragen bieten wir auch Seminare für bestimmte Gruppen (z.B. Jugendliche, Mädchen/Frauen, Multiplikatorinnen, Flüchtlinge usw,), wobei das Training an Wünschen und Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe angepasst konzipiert wird.

Welches Ziel?

Als unmittelbar Betroffene können Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Training die erlebte und erfahrene Benachteiligung/Diskriminierung zur Sprache bringen. Das Training ist darauf ausgerichtet die „Kultur des Schweigens“ aufzubrechen und aus der „Sprachlosigkeit“ heraus eine eigene Stimme zu finden.
Außerdem können die TeilnehmerInnen bereits vorhandene, individuelle Strategien gegen Diskriminierung vorstellen, reflektieren und erweitern, um die Rolle des „Opfers“ aktiv abzulegen und als Handelnde gestärkt herauszugehen.
Somit wird Empowerment im Sinne von Selbstbestimmung und Selbstermächtigung erfahrbar.

Methoden

Im Training finden die TeilnehmerInnen einen „geschützten“ Raum ohne die Präsenz von Mehrheitsanghörigen, um über erlebte und erfahrene Diskriminierung/Rassismen zu sprechen.
Im interaktiven Gruppenprozess werden die individuellen Strategien gegen Diskriminierung im Austausch durch verschiedene methodische Ansätze gestärkt und erweitert.
Im Training wird angestrebt, die TeilnehmerInnen auf ihren jeweiligen unterschiedlichen Ebenen zu erreichen. Es sollen einerseits theoretische Grundlagen bzw. wissenschaftliche Ansätze über Rassismusdiskurs vermittelt werden, andererseits soll der praxisorientierte Teil in Form von Theater zur Reflexion der beobachteten und erfahrenen Rassismuserfahrungen beitragen. Dazu werden verschiedene Methoden angewendet, wie:
Biographisches Arbeiten, Inputreferate und Diskussionen zu den Themen Rassismus, interaktive Übungen und Spiele, Statuentheater/Bildertheater und Forumtheater von individuell erlebten Rassismuserfahrungen.

Prozessorientierter Ansatz:

Um den Veränderungsprozess der Wahrnehmung der TeilnehmerInnen stärker zu fördern und bewusst zu machen ist unsere Konzipierung das Seminar in 2 Modulen, mit einer dazwischen liegenden Pause von ca. 4 Wochen, anzubieten.

Team

Das Seminarleitungsteam ist aus Empowermenttrainerinnen mit Migrationshintergrund zusammengesetzt, die interkulturelle Kompetenzen und vielfältige Praxiserfahrungen aus den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, psychosoziale MigrantInnen- und Flüchtlingsarbeit, antirassistische Arbeit, Politik und Sozialforschung bringen.

Saduman Karaca (Diplom-Philosophin), Zaklina Mamutovič (Diplom-Sozialpädagogin)