
Ein Projekt des Bildungsteams Berlin-Brandenburg e.V. in Kreuzberg
und Neukölln
»Peers in the city – Geschlecht und Sexualität in der Einwanderungsgesellschaft« war der Titel unseres Projektes im Themenfeld Sex und Gender, in dem Jugendliche aus Kreuzberg und Neukölln zu den Themen Sexualität und Geschlecht an Seminaren teilgenommen haben. Nach zwei Jahren (2005/06) intensiver Arbeit haben wir das Projekt am 31.12.2006 abgeschlossen. Wir freuen uns nun einige Ergebnisse vorstellen zu können. Wichtig ist uns zu erwähnen, dass wir in diesem Projekt nicht nur den Jugendlichen etwas beigebracht haben, sondern dass wir gemeinsam in einen Lernprozess eingetreten sind, in dem sie von sich erzählten, uns Einblicke in ihre Erlebniswelten ermöglichten und wir sehr viel neues lernen durften. Dafür möchten wir uns bei den Jugendlichen und allen anderen Beteiligten bedanken. An dieser Stelle möchten wir auch der Stiftung Aktion Mensch für die Finanzierung des Projekts danken.
Peers in the City
ausgezeichnet!
Am 17.02.2006 gewann unser Projekt den Preis von Neue-Wege-für-Jungs.
Den umfassenden Abschlussbericht der Evaluation des Projekts können Sie als pdf-Datei (700 KB) herunterladen.
Einen lebendigen Eindruck vermitteln die kurzen Interviews,
in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Gruppen von
ihren Erfahrungen erzählen. Sie können hier
die Audio-Beiträge anhören.
Das Projekt setzt an diesem Spannungsfeld an und nutzt es produktiv, ohne dabei etwa vorauszusetzen, dass die Kultur einheimischer Familien per se ‚moderner‘ sei als diejenige immigrierter Familien, wie dies in anderen sexualpädagogischen Ansätzen der Fall ist. Die Stigmatisierung anderer »Kulturen« in Bezug auf Geschlechterverhältnisse ist kontraproduktiv für ein respektvolles Miteinander und lenkt die Mehrheitsgesellschaft von einer Selbstreflexion ab. Bei unserem Ansatz soll weder die Lebensrealität von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund einer homogenisierenden Perspektive unterworfen werden, noch sollen spezifische Diskriminierungserfahrungen aufgrund eines Migrationshintergrund in der Bundesrepublik außer Acht bleiben: Stärker als bisherige sexualpädagogische Programme bezieht Peers in the City die Auseinandersetzungen mit Fragen der eigenen (Geschlechts-) Identität in einem transkulturellen Umfeld ein und zielt durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Jugendprojekten auf eine Langzeitwirkung ab. Eine nachhaltige Wirkung der Projektarbeit wird insbesondere über den Peer-to-Peer-Ansatz angestrebt.
Wir gehen davon aus, dass Jugendliche vielseitig von ihrem familiären und gesellschaftlichen Umfeld geprägt sind und ihre eigenen Meinungen über Themen wie Identität, Geschlechterverhältnisse und Sexualität im Verhältnis dazu entwickeln. Wir wollten alle Jugendlichen ermutigen, möglichst frei von festschreibenden sozialen, geschlechtlichen und ethnisierten Zuschreibungen (die zum einem von außen an sie herangetragen und zum anderen in den Peer-Groups reproduziert werden) sich individuell und eigenmächtig zu positionieren. Gemeinsamkeiten und Unterschiede unter den Jugendlichen sollten deutlich werden, die über ihre Herkunftshintergründe hinausgehen. Auseinandersetzungen und Verständigungen unter den Jugendlichen sollten angeregt werden, die ihnen die Möglichkeiten bieten sollten, sich jenseits ethnisierter Kleingruppen, wie sie z.T. bestehen, zu organisieren.
Wir können hier ein paar unserer Ergebnisse
vorstellen. Aus den Ablaufplänen
wird ersichtlich, wie wir das Projekt konkret umgesetzt haben und der
Auswertungs -Teil gibt einen ersten Eindruck
über den Erfolg des Projekts. Außerdem freuen wir uns eine
ganze Reihe erprobter
Methoden an dieser Stelle zum
Download zur Verfügung stellen zu können.