
Von
Mitte 2007 bis Mai 2009 lief unser von Aktion Mensch gefördertes
Projekt "Video-Letters".
In diesem arbeiteten Jugendliche aus acht Berliner Bezirken (Friedrichshain,
Hellersdorf, Kreuzberg, Lichtenberg, Mitte, Moabit, Neukölln, Schöneberg)
zu Themen wie z.B. "Mein Stück Berlin", "Meine Familiengeschichte",
"Die Community, der ich mich zugehörig fühle" oder
"Meine Lebenssituation".

Die Arbeit wurde in Videoletters (kurze Videoclips) dokumentiert und an
die jeweils anderen Gruppen geschickt. Über die Videoletters traten
die Teilnehmer und Teilnehmerinnen miteinander in einen Austausch, neue
Themen wurden angeregt, in weiteren Videoletters konnten Beiträge
kommentiert oder die eigene Sichtweise eingebracht werden.
Dieses Projekt unterschied sich von manch unserer anderen, da es sich nicht
um Kurzzeitpädagogik handelte - wir arbeiteten mit den Jugendlichen
über einen Zeitraum von fast 2 Jahren.
Ziel des Projektes war ein Austausch unter den teilnehmenden Gruppen, wie z.B. Jugendlichen aus Kreuzberg und Hellersdorf. Aus unserer Erfahrung in Seminaren wissen wir, dass die gegenseitigen Vorbehalte groß sind, ohne je in einem der anderen Stadtteile gewesen zu sein oder jemand von dort zu kennen. Die Jugendlichen sollten von den anderen erfahren, wie sie leben, was ihnen wichtig ist, wovon sie träumen, wie sie ihren Bezirk sehen, was die Probleme und schönen Seiten dort sind. Sie sollten aber auch über sich selbst nachdenken und reflektieren. Dazu gehörte eine kritische Auseinandersetzung mit den Bildern, die in den Medien über soziale Gruppen vermittelt werden, denen sie sich zugehörig fühlen. Die Videoletters ermöglichten es, die eigene Sicht und Vorstellung in Bilder umzusetzen und einer kleinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Laufe des Projekts hatten die Jugendlichen auch die Möglichkeit, sich persönlich kennen zu lernen und gemeinsam ein Festival vorzubereiten, auf dem ihre Filme vorgestellt wurden.
Im Frühjahr 2009 fand ein Festival statt, für das alle am Projekt beteiligten Gruppen eigene Beiträge lieferten, aber auch ein aus den vielen Video-Letters entstandener gemeinsamer Film gezeigt wurde. Ziel des Festivals war es ein politisches Zeichen zu setzen. Die gängigen, festschreibenden und oft verfälschten Bilder (Fremdzuschreibungen) in den Medien wurden kritisiert und ihnen wurden eigene, selbstbestimmtere Darstellungen entgegengestellt, die zum Nachdenken und Nachmachen anregen.
Das Projekt richtete sich vor allem an Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Video-Letters-Gruppen bestanden in den Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln, Britz und Moabit (Westberlin) sowie in Friedrichshain, Lichtenberg, Mitte und Hellersdorf (Ostberlin). Es handelte sich um vier Jungen- und vier Mädchengruppen.
Die Gruppen trafen sich in der Regel wöchentlich und wurden dabei
von je zwei MedienpädagogInnen angeleitet. Zusätzlich gab es
das Angebot zweier Wochenendseminare. Deren Inhalte waren u.a. eine kritische
Auseinandersetzung mit Medien, das Erlernen von Videotechniken und die
Themen "Politik" und "Öffentlichkeit". Die Jugendlichen
wurden mit den Strukturen demokratischer Öffentlichkeit vertraut
gemacht und ermutigt, öffentlich für ihre Anliegen um Unterstützung
zu werben. Sie wurden auch möglichst weitgehend an der praktischen
Organisation des abschließenden Videofilmfestivals beteiligt.
Falls Sie Fragen zum Projekt oder Interesse an einem ähnlichen Projekt haben, nehmen Sie Kontakt mit uns auf:
Tanja Michalczyk und Kerem Atasever
videoletters@bildungsteam.de
Bildungsteam/Video-Letters
Cuvrystr. 20
10997 Berlin
Tel 030 / 610 765 44
Fax 030/ 610 765 45
web: http://www.videoletters.de/
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