
Feindseligkeit und Diskriminierung bis hin zu Gewalttaten gegenüber
Menschen werden staatlich, institutionell und kulturell mitproduziert,
so die Ergebnisse aus der Studie „Deutsche Zustände“
von Wilhelm Heitmeyer. Dies legitimiert eine Alltagskultur, in der Diskriminierung
als „Normalität“ angesehen und etabliert wird. Um so
wichtiger ist es Gegenprojekte zu schaffen, um diesen menschenfeindlichen
Strukturen sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis entgegen treten
zu können.
Seit einigen Jahren beschleunigt sich ein Auseinandergehen der Schere
zwischen einerseits globalen Arbeitsanforderungen und andererseits einer
sozialen Desintegration von sozial Benachteiligten.
Die Problemaspekte gestalten sich in der bundesdeutschen Wirklichkeit
eines Einwanderungslandes so vielfältig, wie es unterschiedliche
Lebensrealitäten gibt. So erleben Jugendliche mit Migrationshintergründen
oftmals Ausgrenzungen und eine soziale Desintegration, die sie mit Selbst-Ethnisierung
beantworten. Die aktuelle Migrationsforschung bescheinigt der Bundesrepublik
die Gefahr eine gesamte Generation von jungen MigrantenInnen zu verlieren.
Hier müssen Formen entwickeltet werden, durch die eine reale Partizipation
dieser Jungendlichen ermöglicht wird.
In dem mehrheitsdeutschen Teil der Gesellschaft gibt es immer noch die
Tendenz einer Besitzstandsicherung, die auf nationalistischen und rassistischen
Ausgrenzungen beruht. Besonders in strukturell sehr schwachen Regionen
zeigt sich, dass diese Einstellungen in erschreckend hohem Maße
in den Rechtsextremismus münden.
Jugendliche, die sich zunächst als von gesellschaftlichen Prozessen
'Abgehängte' erleben, benötigen Unterstützung um ihre
eigenen Ressourcen in einem solchen globalen Arbeitskontext zu verorten.
Hier stellt sich das Projekt 'Vielfalt und soziale Gerechtigkeit' die Aufgabe die Jugendliche auf der konkreten Ebene der Berufsausbildung für die bestehenden und kommenden Anforderungen zu qualifizieren. Dabei geht es um die Anerkennung von „Differenz“ des Individuums in einer Gruppe als auch um die Anerkennung von Differenz so genannter konstruierter „anderer Gruppen“.
Das XENOS-Projekt "Vielfalt und soziale Gerechtigkeit -
Durch Diversity Horizonte erweitern" richtet sich an Auszubildende
aus Brandenburg und beiden Teilen Berlins. Junge Menschen sollen die
verschiedenen Aspekte von Vielfalt entdecken, diese
in ihrem Arbeits- oder Schulkontext
erfahren und umsetzen. Das Projekt hat zum Inhalt betriebliche und überbetriebliche
Ausbildungseinrichtungen über einen Zeitraum von drei Jahren in
der Entwicklung eines Umgangs mit Unterschiedlichkeit
zu unterstützen. Dabei werden kontinuierliche Begleitungen von Ausbildungsgruppen
über zwei/drei Jahre umgesetzt, die verschiedene modulartig zusammengesetzte
Seminareinheiten rund um das Thema Diversity und soziale Gerechtigkeit
zum Inhalt haben.
In 6 x 3-tägigen Trainings beschäftigen sich die Teilnehmenden
mit folgenden Themen:
Die im Projekt erworbenen Diversity-Kompetenzen werden von den Auszubildenden direkt angewendet. Zusätzlich werden durch Fortbildungen für die an den Ausbildungszentren tätigen MultiplikatorInnen das Konzept und die Methodik von Diversity und Social Justice vermittelt und in den jeweiligen Einrichtungen implementiert. Die MultiplikatorInnen werden damit befähigt, die Werte Vielfalt und Toleranz über das Projekt hinaus in ihrer Arbeit stärker zu verankern.
Ewa Niedbala + Wolf van Vugt
Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.
Cuvrystr. 20 - 10997 Berlin
Tel: 030 - 610 765 44
Fax: 030 - 610 765 45
e-mail: buero@bildungsteam.de
www.bildungsteam.de
Das Projekt "Vielfalt und soziale Gerechtigkeit - Durch Diversity
Horizonte erweitern" wird vom 15.05.2009 bis zum 15.03.2012
durchgeführt. Es wird gefördert von
sowie von
http://www.berlin.de/lb/intmig/
Bundeszentrale für politische Bildung
Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam"